Fokus
September 9, 2017
Über das Verlieren und das Gewinnen
Oktober 1, 2017

Das LebensPuzzle

Das Lebenspuzzle Iyvone Catterfeld Leben Philosophie Tarnai Cornelius Freude Spaß Nachdenken

von

Cornelius J.P.G. Tarnai alias Philon

Inspired by Yvonne Catterfeld – Irgendwas

Vorwort

 

Der Haupttext beginnt nach dem Liedtext – hört es Euch an, liest den Text mit, fangt danach an meine Philosophie darüber und mehr, in Kombination mit der schönen Melodie im Hintergrund zu lesen.

Mir ist bewusst, dass jedes A ein B nach sich zieht. Manche werden sich über den Text amüsieren, manche werden denken, ja was will denn der uns jetzt sagen – Spaßt und  wieder andere werden sich sonst was darüber denken…

Hey das Leben ist zu kurz um es nicht in allen Belangen seines Verlangens zu leben. Ich liebe das Schreiben und ich liebe es mir Gedanken über die Welt und Mitmenschen zu machen – ob das nun richtig oder falsch ist, das möchte ich nicht behaupten und ich möchte auch immer generalisieren. Jedoch dabei zu wissen, dass das wiederum differenziert werden muss.

Wer allerdings beim Schreiben zu denken beginnt, der weiß, wie schnell man wieder aufhört, da man sich blockiert. Es muss ein Schreibfluss entstehen und dieser ist in seiner eigenen Art und Weise, rein und ehrlich.

Ich wünsche viel Spaß mit meiner verwegenen Philosophie zum Lebenspuzzle.

 

Cornelius J.P.G. Tarnai                                                                 Offenbau, am 15.06.2017

 

 

 

Yvonne Catterfeld – Irgendwas

Irgendwas, das bleibt, irgendwas, das reicht
Irgendwas, das zeigt, dass wir richtig sind
Bis wir etwas finden, was sich gut anfühlt
Was sich lohnt zu teil’n, würden gern sowas spür’n
Suchen überall, finden scheinbar nichts
Was uns halten kann, was uns das verspricht
Was wir wirklich woll’n, wonach wir alle suchen
Kriegen nie genug, denn wir woll’n immer mehr
Können uns erklär’n, wieso die Erde dreht
Schauen im Weltall nach, uns reicht nicht ein Planet
Bauen Denkmäler, wir wär’n gern für immer jung
Sammeln Fotos, aber uns fehlt die Erinnerung
Verkaufen uns für dumm und machen Geld daraus
Erfinden jedes Jahr was Neues, was die Welt nicht braucht
Denn es geht immer noch ein bisschen mehr
Auch wenn keiner mehr den Sinn erklärt

Sind auf der Suche nach irgendwas
Sind auf der Suche nach etwas mehr
Sind auf der Suche nach irgendwas
Nur was es ist, kann keiner erklär’n
Hauptsache, ein bisschen mehr

Irgendwer, der bleibt, irgendwer, der zeigt
Dass er scheinbar weiß, wer wir wirklich sind
Wenn wir ihn dann finden, können wir nicht bleiben
Wollen uns nicht binden, weil wir dann vielleicht
Etwas verpassen könn’n, was irgendwo noch ist
Was wir sonst vermissen, weil es nicht uns gehört
Hinterlassen Abdrücke wie auf frischem Teer
Die nächste Generation kommt nicht mehr hinterher
Immer noch höher, wir müssen immer noch weiter
Wir werden immer noch schneller, denn uns läuft langsam die Zeit ab
Wir brauchen mehr, mehr, wissen nicht mehr, wer
Wir wirklich sind, verlieren die Ehrfurcht
Vor so viel Ding’n, wir haben verlernt
Wie man etwas teilt, obwohl wir alle so entstanden sind
Es geht immer noch ein bisschen mehr
Auch wenn keiner mehr den Sinn erklärt

Sind auf der Suche nach irgendwas
Sind auf der Suche nach etwas mehr
Sind auf der Suche nach irgendwas
Nur was es ist, kann keiner erklär’n
Hauptsache, ein bisschen mehr

 

Herrlich, dieser Text ist einer meiner liebsten Texte, der unsere Gesellschaft widerspiegelt und zeigt, das nur mehr den wenigsten vorbehalten ist, sich mit Dingen, Zuständen, Menschen, et cetera zufrieden zu geben.

An dieser Stelle möchte ich meinen imaginären Hut vor all jenen ziehen, die es geschafft haben, genügsam zu sein.

Unser heutiges Leben ist Fluch und Segen zugleich, wir sind unabhängig in allem Walten und Schalten unseres Treibens. Ob es nun der Trieb Richtung Erfolg ist, ob es nun der Wille ist, ein unabhängiges „Liebesleben“ zu führen, ob es nun das Reisen in ferne Länder ist, nichts ist heute mehr unmöglich und weil das so ist, werden wichtige Tugenden, die uns Generationen vorher gelehrt haben, über den Haufen geworfen und bedeuten uns von Tag zu Tag weniger.

Was waren das für Tugenden die uns unsere Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde von Verwandten gelehrt haben? Auf Anhieb darf ich feststellen, dass ich keine adäquate Antwort dazu habe, sie sind in einer Ecke meines verwinkelten Gehirns, die erst über diese Zeilen den Weg in mein Gedächtnis finden.

Tugenden, wie ein respektvolles Miteinander, Respekt gegenüber älteren Menschen, Freundlichkeit gegenüber anderen Menschen. Ich lebe diese Tugenden und versuche diese, Meine Eigenschaften weiterzugeben. Toleranz zeigen, auch gegenüber andersdenkenden Menschen, welche Meinungen man nicht teilt. Beleuchten, warum jene so denken und ob nicht ein Stück davon auch in die eigene Weisheit fließen kann. Das Blatt von beiden Seiten ansehen.

Ich schweife ab, es geht ja schließlich darum, das uns nichts mehr genügt, sobald wir etwas haben. Wir wollen immer mehr. In der heutigen Gesellschaft ist das so, weil wir neue Eigenschaften entwickelt haben, jene der Offenheit gegenüber einem freien Leben.

Die große „Generation Y“ (Generation Why – Generation Warum). Wir leben in der dritten bis vierten Generation. Wir leben, wenn auch unterschiedlich, in einem Wohlstand, den die Generationen davor in mühevoller Arbeit aufgebaut haben. Hitler-Deutschland wurde vernichtet und die große Aufräumarbeit begann. Der Wiederaufbau in ganz Europa, die Überlebenden sahen nur ein Trümmerhaufen vor sich und damit ist ein Trümmerhaufen des eigenen Lebens sowie der eigenen Welt gemeint. Viele liebgewonnene Menschen sind für einen Krieg gestorben, der meines Erachtens sinnlos war.

So standen also die jungen Mädchen und Jungen, die jungen Frauen und Männer, die verwitweten Frauen und Männer, die Überlebenden eines Weltkrieges, vor einer unveränderbaren Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, packten sie an. Sie bauten Ihre Heimat wieder auf – organisierten sich, hatten gemeinsame Ziele, neue Hoffnungen und das verband, man war sich nicht fremd, jeder teilte ein Schicksal, jeder litt unter der Vergangenheit und konnte so dem schwächeren Trost spenden und andersherum, Trost erhalten. Eine Gemeinsamkeit, ein Wir war gefunden – eine Tugend des Zusammenhaltes.

Später waren die jungen Mädchen und Jungen, diejenigen die diese Arbeit fortsetzten, Sie arbeiteten zum Wirtschaftswunder und jeder hatte seine Ziele, jeder wusste, wofür er was tut. Unsere Eltern und Großeltern, sie einigten sich, sie schufen ein Fundament, mit dem Hintergrund, dass ihre Kinder es besser haben sollen und sie schafften es.

Sehen wir uns nur um, wir leben jeder für sich, in Reichtum… in einen Reichtum des Materiellen und in einer Armut der Emotion und Empathie.

„Wer sich nicht kennt, wird sich nicht finden“ – Philon

Wir werden zugeschüttet von Konsumgütern, die uns von ihren unabdingbaren haben, auf härteste und exzessive Weise vor die Augen geführt werden – die Werbung. Ich verteufel die heutige Zeit nicht, jedoch aber sehe ich mit einem traurigen Auge, die stellenweise unüberlegte Gebrauchsweise vieler, um sich, bewusst durch die Medien, unbewusst durch die User, vom Sein abzulenken. Nicht daran zu denken, wer man ist. Die Philosophie des Lebens entfliehen, um sich der Einfachheit des Lebens zu widmen.

Ohne Visionen, Träume und Ziele sind wir Menschen, Zombies die einen täglich bestimmten Ablauf folgen, dem Alltag. Er ist einfach, es muss keine bis wenig Energie genutzt werden, um diese über Jahre erlernten Abläufe auszuüben.

Die Frage nach dem großen Leben bleibt aus, sie wird nicht mehr gesucht, sie wird vergessen, weil man sich in paradoxer Weise doch genügt. Jedoch wollen wir immer mehr? Wenn das nicht paradox ist, dann weiß ich auch nicht mehr…

Diese Reise, mit dem Selbstfinden, ist wohl die schwerste und mühsamste die man sich aufhalst. Man steht vor Fragen… man steht vor einer Leere, weil man zunächst gar nicht weiß wo man mit der Suche beginnen soll.

„Was soll man finden, wenn man nicht weiß wonach man suchen soll?“ – Philon

Gute Frage, nicht wahr? Ich vergleiche es mit einem Puzzle, welches eine Größe darstellt, die in keiner bisherigen Art und Weise bisher auf der Welt dagewesen war. Lauter Teile, die Wirr und zunächst ohne Sinn zueinander stehen. Das Beispiel Puzzle, gefällt mir sehr gut – denn jedes Puzzle hat ein Bild abgedruckt, welches das fertige Puzzle zeigt!

Das heißt also auf das Leben übertragen, kann man sein LebensPuzzle erst zusammensetzen, wenn man ein fertiges Bild vor Augen hat.

Im übertragenen Sinne, also unsere Visionen, Träume und Ziele in unseren Gedanken.

Beginnt man also, sich darüber Gedanken zu machen, was man denn eigentlich will, für sich selber und fasst diese Gedanken zum Beispiel in Textform zusammen oder in einer Art Collage aus Bildern, so hat man ein Bild vor dem geistigen Auge.

Man kann also das große Puzzle beginnen:

 

„Das Puzzle des Lebens“

 

(An dieser Stelle ein großes Dankeschön Alexandra, dass ich das Puzzle bei dir am Boden liegen sah – es geschieht nichts ohne Grund im Leben)

 

Jeder von uns, der schon ein Puzzle zusammengesetzt hat, weiß das man in der Regel zunächst einen Rahmen fasst. Das sind die einfachsten Puzzleteile, denn sie sind klar erkennbar und müssen nur an zwei Seiten zunächst zusammengesetzt werden.

Implizieren wir das nun auf unser Leben, so müssen wir uns also einen Rahmen unsere Vision erstellen. Vorausgesetzt wir haben diese – dann können wir die Rahmenbedingungen setzen und werden klarer.

Die Situation ist jedoch etwas prekärer als zunächst einfach dargestellt. Denn es gibt mehrere Lebensbereiche in unserem Leben (Google: Das Lebensrad) und, das ist das schöne aber auch komplizierte daran, alle greifen ineinander und machen es somit komplex. Doch wenn man sich hier seiner Ziele klar wird, so ist es nur mehr eine Frage des „wie“, wie wir es bewerkstelligen diese Ziele miteinander zu verbinden – Wir schaffen unseren Rahmen.

Wo jetzt der Rahmen geschafft ist, fängt die eigentliche Arbeit an. Es liegen die weitere tausendtrillionenmilliarden Puzzleteile herum, die zusammengesetzt werden wollen. Wie gut, dass wir unsere Bereiche wenigstens schon abgecheckt haben und halbwegs wissen wie unser Bild des Puzzles nun aussieht. Jetzt dürfen wir uns die großen Dichter und Denker als Vorbild nehmen, die einst schon vor 2000 Tausend Jahren und mehr, sich mit dem Puzzle des Lebens beschäftigt haben und es vermutlich selber nie geschafft haben es komplett zusammen zusetzen, jedoch aber damit bemüht waren, es durch tägliche Aufwendungen oder Entbehrungen, zusammenzusetzen.

„Ich denke, also bin ich“ –  „Cogito ergo sum“ – René Descartes

Beginnen wir also darüber nachzudenken, wer wir sind, können wir das „Spiel“ beginnen und das puzzeln beginnen.

Denken wir an unsere Kindheit, an unsere Jugend, an unser Erwachsenenalter, egal wann wir ein Puzzle „gespielt“ haben, wir haben uns darüber aufgeregt, weil ein zusammengesetztes Puzzleteil doch nicht passt, obwohl es doch zusammenpassen müsste. Wir waren glücklich als wir aus heiteren Himmel, plötzlich mehrere Puzzleteile auf einmal fanden und zusammensetzen konnten – wir kamen dem Großen und Ganzen ein Stück näher. Wir haben gelacht und uns gezankt, als wir GEMEINSAM mit Freunden, Familie oder wem auch immer, am Puzzle gearbeitet haben, doch haben wir GEMEINSAM plötzlich so viel mehr geschafft.
Wir haben das Puzzle liegen lassen, weil wir keinen Sinn mehr darin sahen es weiter zu machen, wir hatten nämlich plötzlich wieder andere Dinge im Kopf, die uns wichtiger erschienen, klar – darf es ja auch, ist ja nur ein Spiel – ne, aber das LebensPuzzle nicht – es leitet uns.

Und dann, nach einer Odyssee aus den großartigsten und verschiedensten Erlebnissen, Gefühlsausbrüchen, war es geschafft. Das Puzzle war nun nahezu zusammengesetzt, es war fast perfekt, es war gleich geschafft, es wäre nur mehr ein Puzzleteil in das letzte offene Stückchen zu setzen. Wir erkennen unser ganzes Puzzlebild, wir wissen was es ist, wir sehen die harte Arbeit, die dahinter war, wir erinnern uns an die vielen Geschehnisse, die wir dabei erlebt haben…

und das letzte Stückchen… es war nicht mehr in der Box.

Ja so spielt das Leben, doch sollten wir dabei nicht vergessen, dass selbst die Natur nicht perfekt ist, sie passt sich von Gegebenheit zu Gegebenheit an. Sie verändert sich, sie tötet und sie lässt Leben entstehen, weil auch die Natur und damit verbunden unser Leben nie 100%ig perfekt ist, jedoch, so denn wir es wollen, uns glücklich macht – wenn wir bestrebt sind das Puzzle des Lebens zu spielen.

 

Liebe Yvonne Catterfeld, danke für deine Inspiration für „Irgendwas“!

 

In tiefster Demut vor dem Leben und absolutem Streben nach dem Puzzlespiel des Lebens.

Cornelius J.P.G. Tarnai

Offenbau, den 15.06.2017

CT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.